Riccardo Riccò erhält zweite Chance beim Vacansoleil Pro Cycling Team

Der 26jährige Italiener fuhr bereits sechs Siege in der Saison 2010 ein

Etten-Leur, 17.08.2010


Der 26jährige Italiener fuhr bereits sechs Siege in der Saison 2010 ein

In der letzten Nacht unterschrieb Riccardo Riccò einen Vertrag beim Vacansoleil Pro Cycling Team mit Beginn am 15. August 2010 bis zum 31. Dezember 2012. Nachdem er zuvor Fahrer im Cermica Flaminia- Team war, entschloss er sich vor einigen Wochen, in ein Team zu wechseln, das mehr Rennen auf höherem Niveau fährt. In den kommenden Wochen wird sich der Bergfahrer eingehenden medizinischen Untersuchungen der Teamärzte und des Klinik-Chemikers Dr. Douwe de Boer unterziehen. Nach Abschluss aller medizinischen Untersuchungen und der rechtzeitigen Registriering durch die UCI ist der erste Renneinsatz im Vacansoleil Pro Cycling Team für den 22. August beim GP Plouay geplant.

Der italienische Fahrer kam nach seiner Suspendierung am 20. März 2010 ins Peloton zurück. Der stets angriffslustig fahrende Sportler wurde 2008 positiv auf CERA getestet. Danach folgte eine Sperre von 20 Monaten. Unmittelbar nach seinem positiven Test sagte er gegenüber der CONI, daß er Verständnis dafür habe, jetzt für seinen Fehler bezahlen zu müssen. Der Fahrer entschuldigte sich bei seinen Fans und Teamkollegen.

Nun ist Riccò zwei Jahre älter und zurück im Feld: "Ich freue mich, zurück zu sein und darüber, daß ich eine zweite Chance bekomme, ohne die ich jetzt nicht wieder da sein würde. Ich werde darauf hinarbeiten, den Fans tolle Rennen zu liefern, indem ich ehrlich und agressiv fahre. Ich verstehe, daß dies eine Weile dauern wird, aber ich bin sicher auf dem richtigen Weg. Mit meiner Entscheidung zugunsten des Vacansoleil Pro Cycling Teams habe ich ein Team mit einer erklärten Null-Toleranz-Politik gewählt, bei dem der saubere Sport eines der höchsten Ziele ist. Damit setzt das Team genau den Maßstab, an dem ich mich bei meiner zweiten Karrierechance als Radprofi orientieren will. Während meiner Besprechungen mit Vacansoleil war das Team sehr streng mit allen Bedingungen, und ich gehe mit großer Zuversicht in unsere Zusammenarbeit. Ich werde das in mich gesetzte Vertrauen und Leitbild nicht enttäuschen."

Das Vacansoleil Pro Cycling Team ist froh über den Vertragsabschluss mit dem Italiener. Teammanager Daan Luijkx: “In den letzten Wochen entwickelte sich alles sehr schnell, als wir einen echten Bergfahrer als Ergänzung für unser Team 2011 suchten. Nachdem wir mit dem Hauptsponsor Vacansoleil über das Für und Wider diskutiert hatten, entschieden wir uns für ein Treffen mit Riccò. Nach diesem Treffen waren wir bestärkt darin, mit ihm in die Zukunft zu gehen."

Derzeit führt das Vacansoleil Pro Cycling Team in der Europe Tour, und das blaugelbe Team strebt viele weitere große Rennen an. Luijkx hat Vertrauen in Riccò: “Wir teilen die Einstellung über Ambitionen und Rennstil mit dem Italiener. Und wenn wir auf seinen Rennsieg mit blutigem Gesicht nach einem Sturz im Finish bei der Österreich- Rundfahrt 2010 zurück blicken, wissen wir, daß er ein ganz spezieller Fahrer ist. Der Hauptsponsor und das Team glauben, dass Riccò nach seiner Bestrafung wie jeder andere eine zweite Chance verdient hat. Als Team haben wir Einfluss über die Vereinbarung und die Kontrolle des kleinen Italieners. Mit internen Kontrollen und Auswertungen seines Blutprofils werden wir seine Kenndaten zusätzlich zum Blutpass aufmerksam verfolgen. Riccò stimmte einer umgehenden Aufhebung seines Vertrages und der Zahlung einer fast astronomischen Vertragsstrafe für den Fall eines erneuten Fehlverhaltens zu. Beispiele für ein Fehlverhalten liegen in allen Handlungen, die das Team im Mißkredit bringen könnten oder gegen internationale Regeln verstoßen. Daher werden wir die medizinischen Untersuchungen und sein Renndebüt beim GP Plouay abwarten, wo wir ganz sicher sein hohes Niveau sehen können.”

Daan Luijkx schließt mit Blick auf die öffentliche Meinung: "Riccò war eines der Idole der Tour 2008, und es war ein schwerer Schlag für den Radsport, daß eines der Idole des Dopings überführt wurde. 2010 schauen wir auf Riccò als einen Fahrer, der für seine Schuld bezahlt hat und selbstkritisch auf seine Sünden blickt. In den letzten Jahren konnten viele Fahrer nach einer Sperre zu einem sauberen Bild des Radsports beitragen, und Riccardo muß zu dieser Gruppe gehören. Es gibt nicht allzu viele Fahrer, die unter die Top 3 bei einer großen Rundfahrt fahren können, aber Riccò ist einer von ihnen. Unser Team trägt zum Wert von nahezu allen Rennen bei, und auch Riccò soll ein Beispiel dafür sein und dem Team einen Wert geben, das ist es, worauf wir besonderen Wert legen."

 

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